Motor Restauration GSX 400

Fragen rund um die Suzuki GSX / Katana Modelle
lucaskoerner
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Motor Restauration GSX 400

Beitrag von lucaskoerner »

Hallo zusammen,

mein aktuelles Restaurationsobjekt - eine Suzuki GSX 400 Bj 81 - liegt zerlegt und schon zum Teil gereinigt in der Werkstatt verteilt auf der Hebebühne und der Werkbank.

Vor allem steht der zwei Zylinder OHV auf der Werkbank. Das Schätzchen hat 20 Jahre zwar unter Dach aber eben auch im Freien gestanden. Dementsprechend sieht auch alles aus. Ich habe die Möglichkeit die Teile Glasperlen zu strahlen. Jetzt steht also das zerlegen an. Ich bin Metallbauer und traue mir das auch zu, möchte aber trotzdem mal im Voraus fragen ob es etwas zu beachten gibt oder ob es empfehlenswerte Literatur zu dem Thema gibt.
Außerdem wäre mal eine Einschätzung interessant was so eine Überholung an Material kostet. Würdet ihr auch die Lager erneuern ? Gelaufen ist die gute jetzt 34.000 km.


Viele Grüße Lucas

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Martin
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Re: Motor Restauration GSX 400

Beitrag von Martin »

wenn der Motor gut läuft, würde ich ihn nur reinigen, die Zündung abblitzen und das Ventilspiel kontrollieren. Bei der Laufleistung und halbwegs ordentlichem Betrieb (warmfahren und regelmäßiger Ölwechsel) macht der Motor noch mal die gleiche Laufleistung ohne Lagerwechsel, Zylinder schleifen und ähnlichem.
Also Ölwechsel mit Filter machen. Gerne mit billigstem Öl einmal warm laufen lassen, Öl wieder raus und dann mit ordentlichem Öl befüllen. Dann ist der Motor schön gespült.
Für die Kontrolle vom Ventilspiel brauchst Du die Ventildeckeldichtung neu. Wenn Du ihn wegen dem Strahlen unbedingt zerlegen willst, dann benötigst Du auf jeden Fall einen Dichtungssatz. Die Kopfdichtung am besten original von Suzuki verwenden. Viele Zubehördichtungen taugen an der Stelle nichts. Teile erneuern wie Lager, Steuerkette, Steuerkettenschienen usw. würde ich nur nach Bedarf und bei der Laufleistung ist da eigentlich nichts zu erwarten.

Grüße
Martin

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Dyo
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Re: Motor Restauration GSX 400

Beitrag von Dyo »

Im Prinzip sehe ich das wie Martin, wenn was nach den ersten paar Wochen Nutzung undicht wird, was bei der Standzeit passieren kann, kann man immer noch abdichten. Allerdings würde ich mal gründlich in die Kanäle schauen, ob da Rostansätze auf den Ventilen sind, Wenn ja, muss er zerlegt werden, denn ein Ventil ist immer offen, dort hast du dann auch Rost im Zylinder.

Wenn du wegen der Optik allerdings unbedingt Strahlen willst, dann musst du zerlegen. Das Strahlgut findet immer Wege in den Motor, egal wie gut du verschlossen hast.

Wo du drauf achten musst, wegen der Dauer der Standzeit, mindestens eine Ventilfeder war lange Zeit gedrückt, die ist mit grosser wahrscheinlichkeit erstmal etwas schwächer. Also die ersten Male warmlaufen nicht zu hoch drehen lassen, weil das Ventil langsamer schliessen könnte. Kennt man von Oldies...
Gib ihr ein paar Warm-Kalt Zyklen um sich wieder zu entspannen.
OK, ich weiss, ist egal, denn Motoren gibts für kleines Geld überall.... Mir sind aber eben Fälle bekannt, wo das der Fall war und das Ventil dadurch mit dem Kolben kollidiert ist. Ist bei einem Motor, wo alleine der Kopf unter 2 Riesen nicht zu bekommen ist echt ärgerlich. Gesamtschaden an einem Jaguar 4.2l Straightport aus den späten 60ern belief sich auf 4 Riesen.

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Voxy
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Re: Motor Restauration GSX 400

Beitrag von Voxy »

servus,

sehe das auch ähnlich wie martin. iwe heissts immer so schön, never touch a running system.
zu thema strahlen ein tipp, wenn du das machst und den motor zerlegts, lasse die ventile zum schrahlen eingebaut, die kannst hinterher zum reinigen ausbauen. grund: dadurch schützt du den ventilsitz beim strahen, abkleben ist da die schlechtere alternative.

gruss
GS 850 L mal was anderes
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lucaskoerner
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Re: Motor Restauration GSX 400

Beitrag von lucaskoerner »

Vielen Dank für eure Antworten!
Wie sieht es denn beim Zusammenbau mit den Schrauben aus ? Würdet ihr mir Edelstahlschrauben empfehlen ? Edelstahl in Alu frisst ja wenn die Gewinde nicht gefettet sind. Am Motor werden die Schrauben aber doch mit Schraubensicherung eingeklebt. Da sollten die Gewinde ja fettfrei sein.
Wie habt ihr das bei euren Motoren bisher gehalten ?

Viele Grüße Lucas

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Martin
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Re: Motor Restauration GSX 400

Beitrag von Martin »

ich fahre seit 100tKm mit Edelstahlschrauben gefettet im Alugehäuse rum. Geklebt ist da nichts.
Grüße
Martin
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fish
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Re: Motor Restauration GSX 400

Beitrag von fish »

Am Motor werden die Schrauben aber doch mit Schraubensicherung eingeklebt.
das solltest du lieber lassen, wenn du die noch jemals wieder raus bekommen möchtest.
ich fahre seit 100tKm mit Edelstahlschrauben gefettet im Alugehäuse rum.
bei unserem gespann war das nicht so gut! frag mal jack, der sie wieder rauspopeln musste ;)

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icebird1961
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Re: Motor Restauration GSX 400

Beitrag von icebird1961 »

...ich wollte mich ja eigentlich nicht mehr zur Werkstoff-Fragen mitteilen -
aber da es hier offenbar grössere Mißverständnisse gibt- möchte ich gerne helfen ein bisserl Klarheit in die Thematik "Edelstahlschrauben in Alu Gehäusen" bringen:

Damit es zu der gefürchteten Kontaktkorrosion kommt (das unedlere Metall - hier Alu wird Elektroyltisch angegriffen), müssen stets ALLE DREI Bedingungen erfüllt sein:

1. ) verschiedene Metalle mit unerschiedl. starker Elektronegativität (umgangssprachlich: Güte)
2.) eine Potenzialdifferenz zwischen beiden Metallen
3.) und (das ist wichtig) - ein leitender Elektrolyt /meist (verunreinigtes) Wasser, Salzhaltig etc;

also: wenn man die Schraube /das Gewinde und den Sitz) mit Keramikpaste beim Einbau dünn einschmiert (besser als Öl oder Fett) ist der Ionen-Übergang stark reduziert - zudem nicht im Regen fährt (oder eben wenig) -dann ist keinerlei Gefahr der starken Alu-Korrosion gegeben !

Eingeklebt werden mit Schraubensicherung (Loctite o.ä.) nur stark durch Vibration (!) belastete Schraubverbindungen (Ritzel, NW-Lager etc.) die normalen Gehäuseschrauben gehören da defintiv NICHT dazu - die bringst Du später sonst NIE wieder auf - zumal teilweise auch Feingewinde bei Alu verwandt werden (Ölablassschraube z.B.)
GS 400 Black Suzi No.500, GS 550 ET (80), GS750 D (US/1978), GR650X (1988), Kawasaki ZR 750 Zephyr Speiche (1997), YAMAHA RD 125DX (1976) :lol:

tobi
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Re: Motor Restauration GSX 400

Beitrag von tobi »

Einkleben hilft auch gegen rost, mach ich inzwischen oft an den Landmaschinen an denen ich ab und an mal Hand anlege. Wo der papsch ist kann ja kein Wasser dran :D
Dafür gibts ja s Schraubensicherung auch in niedrigfest :o ist nicht sone sauerei an den Händen wie Never-size oder dessen Keramikpendant.


Tobias
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fish
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Re: Motor Restauration GSX 400

Beitrag von fish »

stimmt! habe ich vergessen zu erwähnen: das gespann wurde somners wie winters mit der bekannten nichtpflege gefahren. also dreifach erschwerte bedingungen für böse Alu/edelstahl verbindungen. :D

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