Lange Standzeit, was ist zu beachten?

Fragen speziell zum Motor inkl. Vergaser, Auspuff und Elektrik
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Boeberger
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Registriert: Do 17. Mai 2018, 20:06

Lange Standzeit, was ist zu beachten?

Beitrag von Boeberger »

Hi GS Gemeinde.
Ich habe mich ja schon vorgestellt und dort mein neues Projekt erwähnt. Es ist eine GS850G, die seit 1997 nicht mehr gelaufen ist. Der Vorbesitzer hat gesagt, dass er sie kurz angeworfen hat und sie auch gelaufen ist. Ich hab das noch nicht gemacht, da das Benzin, der Tank und der Vergaser verdreckt waren. Das habe ich nun soweit wieder sauber gemacht; den Vergaser muss ich noch mit den Neuteilen zusammenbauen. Der Luftfilter war bereits zu Staub verfallen und wurde ersetzt.
Was ist noch zu tun, bevor ich das erste Mal den Starter betätige? Altes Öl raus und wechseln auch im kalten Zustand? Wie schmiere ich den Motor? Habe sonst Angst vor Lagerschaden, da die Gleitlager sicherlich nicht mehr geschmiert sind (hoffe, dass der Startversuch vom Vorbesitzer nicht etwas angerichtet hat)
Danke für die Tipps
LG
Matthias

tobi
Beiträge: 1067
Registriert: Do 7. Jan 2016, 19:49
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Re: Lange Standzeit, was ist zu beachten?

Beitrag von tobi »

Ich würd das öl und den filter auf jeden fall rauswerfen. Dann Ventildeckel auf und von oben schonmal ordentlich neues öl über den ventiltrieb und die nockenwellen. Zur not die ganze neue menge oben rein. ein spritzer öl in die zündkerzenlöcher schadet auch nicht, öl die ringe gleich und nicht erst wenn genug hochgespritzt ist.
Für die erstfüllung das billigste mineralische öl das ich bekommen kann. Langsam neu einfahren. Dann nach 100-200km nochmal neues öl und filter, diesmal gutes material und bei heissem Motor.
Zumindest würd ich das so machen.... macht aber bestimmt jeder anders

Tobias
Mitglied im GS400 Owners Club seit 1994

hannes
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Registriert: Di 16. Feb 2016, 13:52

Re: Lange Standzeit, was ist zu beachten?

Beitrag von hannes »

Moin moin,
würde ich genau so machen!
"Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste".

Gruß - Hannes

fastback
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Registriert: Mi 24. Feb 2016, 20:59

Re: Lange Standzeit, was ist zu beachten?

Beitrag von fastback »

Hallo Matthias,
wenn der Ventildeckel (wie von tobi empfohlen) offen ist, würde ich auch das Ventilspiel messen.
Außerdem empfehle ich, das Kardanöl (vorne und hinten) zu wechseln sowie die Ansaugstutzen auf Dichtigkeit zu prüfen.
Nach dieser langen Standzeit werden wohl auch die Bremsen überholungsbedürftig sein.
MfG
Helmut

Boeberger
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Re: Lange Standzeit, was ist zu beachten?

Beitrag von Boeberger »

Servus Hannes, Helmut und Tobias,
Danke für Eure Antworten. Werde ich genau so machen. Hab zwischenzeitlich auch noch im Netz gestöbert und ähnliches Gelesen. Hätte meine Frage vielleicht erübrigt, aber ich bin froh, dass ihr das genauso sieht. Es gibt aber auch welche, die meinen, man sollte den Motor auseinander nehmen, was ich für völlig überzogen halte. Der Aufwand sollte sich im (finanziellen und von mir machbaren) Rahmen bewegen. Wenn das ein Fass ohne Boden werden sollte, würde ich sie vermutlich wieder hergeben.
VG Matthias

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Frank
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Registriert: Sa 31. Dez 2011, 12:09
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Re: Lange Standzeit, was ist zu beachten?

Beitrag von Frank »

Der GS 850 Motor ist übrigens wälzgelagert und fast unzerstörbar.
...36 Jahre auf Suzuki GS...to be continued...
... auch im GS 400 Owner`s Club
2xT 250, 2xGT 250, 4xGT 380, 7xGS 400, 2xGS 550, 3x GS 750, GS850G, GS 1000 S, X7, GS 1000 E

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Prof
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Wohnort: Nieder Florstadt (Hessen)

Re: Lange Standzeit, was ist zu beachten?

Beitrag von Prof »

Ich nehm zusätzlich zum schon Beschriebenen die Ölwanne weg. Da setzt sich nach langer Standzeit eine Menge Ölschlamm ab. Den wühle ich sorgfältig und vorsichtig mit den Fingerspitzen durch, ob da Späne drin sind. Wenn grobe Späne drin sind, prüfe ich genau, woher die kommen. Und in dem Zusammenhang reinige ich das Grobsieb vor der Ölpumpe.
Grüße
Roland

Boeberger
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Registriert: Do 17. Mai 2018, 20:06

Re: Lange Standzeit, was ist zu beachten?

Beitrag von Boeberger »

Hi GS Gemeinde,
Hab gestern das Öl und Filter gewechselt, sah eigentlich gut aus, kein Schlamm. Öl hatte eine Rehbraune Farbe. War ein Akt, da ich um an den Ölfilter ranzukommen, die 4-1 Auspuffanlage abmontieren musste. Gott sei Dank waren die Schrauben gut zu lösen.
Heute habe ich dann den sauberen Vergaser und den Luftfilter, sowie Batterie wieder montiert und ohne Kerzen den Motor leer durchlaufen lassen. Zuvor habe ich noch w40 in die Kerzenöffnunen gesprüht.
Nach wenigen Startversuch ist die dann auch gleich angesprungen. Jedoch läuft sie nicht rund und braucht Choke. Falschluft zieht sie bald nicht, da mit Bremsenreiniger auf die Flansche sich nichts verändert. Denke es liegt an der Vergaser Einstellung.
Aus dem Auspuff kam kein Qualm. Auch die neuen Kerzen sehen nach den Erstlauf gut aus.
Ein Ventil scheint leicht zu klappern. Ventilkopf habe ich nicht geöffnet. Ich kann das sowieso nicht einstellen, da ich keine Scheiben habe. Ich gehe da zu einem befreundeten Händler. Der kann dann auch den Vergaser prüfen.
Zuvor möchte ich allerdings noch die Bremsen machen.
Werde berichten.
Danke und VG
PS Martin, deine CD ist Klasse!

Boeberger
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Registriert: Do 17. Mai 2018, 20:06

Re: Lange Standzeit, was ist zu beachten?

Beitrag von Boeberger »

Update:
Bremsen habe ich gemacht und funktionen wieder. Der Bremshebel vom Hinterrad war fest und musste wieder gangbar gemacht.
Der Motor läuft nun ohne Choke, jedoch hat der Zylinder drei Aussetzer. So wie es aussieht bekommt er keinen, oder zu wenig Spirit. Hab darauf hin den Vergaser wieder ausgebaut. Schwimmerkammer war voll Sprit. Düsen sauber (sind ja auch neu). Hab nun alles nochmal mit Druckluft durchgepustet. Leider hat das nicht gebracht. Habt Ihr Ideen?
Zündfunke ist vorhanden.
PS. Mir fällt gerade ein, dass ich die Gemischschraube nicht rausgedreht und kontrolliert habe. Kann das ein Grund sein?

Danke und VG Matthias

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Hajo
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Re: Lange Standzeit, was ist zu beachten?

Beitrag von Hajo »

Moin,
hat Zylinder 3 nur im Standgasbereich Aussetzer (dann läge der Fehler, sofern vergaserbedingt, im Leerlaufsystem, inkl. Gemischschraube), oder auch beim Gasgeben? Gemischschraube: Position merken, vorsichtig eindrehen bis zum leichten (!) Aufsitzen, Anzahl Umdrehungen notieren, dann erst entnehmen und Öffnung kontrollieren und durchblasen, Achtung bei Entnahme der Gemischschraube, es gehören Kleinteile dazu: Feder, U-Scheibe, O-Ring.
Gruß aus Bonn
Hajo

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