Vergaser #3 und Benzinhahn

Fragen speziell zum Motor inkl. Vergaser, Auspuff und Elektrik
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ed44
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Vergaser #3 und Benzinhahn

Beitrag von ed44 » Di 10. Jul 2018, 19:06

Bei meiner GS 750 E gibts eine längere Vorgeschichte mit schlechtem Lauf auf Zylinder #3.
Zuletzt hatte ich die Ventilschaftdichtungen auf Viton umgebaut, wegen dem Verdacht, das angesaugte Öl habe die Verbrennung dort gestört (Kolbenboden war auch ölig). Danach undichte Schwimmerventile eingeschliffen.

Jetzt sprang der Motor sofort an, ABER wieder kein richtiger Leerlauf auf #3 :twisted:
Habe dann mal den Unterdruck-Schlauch zum Benzinhahn verschlossen .. und siehe da, alles ok.

Kann es sein, dass man die Vergaser (-Synchronisierung) dafür anpassen muss?
Oder ist das ein Hinweis auf einen defekten Benzinhahn (Unterdruck-Membran)?

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icebird1961
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Re: Vergaser #3 und Benzinhahn

Beitrag von icebird1961 » Di 10. Jul 2018, 21:33

Ganz eindeutig: da ist offenbar Dein Benzinhahn /die Mebrane undicht - denn der Unterdruckschlauch darf KEINE Luft ansaugen - es entsteht NUR ein Unterdruck in dem Schlauchstück, welches die dichte Membrane mit dem Stöpsel der Benzinzufuhr öffnet;

läßt sich ganz einfach prüfen: wenn Du am Unterdruckschlauch saugst (das sollte eigentlich auch kein Benzin mitkommen - das merkst Du dann aber gleich :lol: ) sollte sich KEINE Luft ansaugen lassen - nur ein bisserl Luft absaugen, dann muß "stabiler Unterdruck" im Schlauch herrschen; ... könntest Du z.B. mit einer solchen Unterdruck-Pumpe /nimmt man zum Entlüften der Bremsleitungen) sehr gut prüfen:

Bild

wenn der Unterdruck von der Membran gehalten wird, is gut - sonst: Benzinhahn defekt ..

Sprich: Bezinhahn revidieren/ oder austauschen - und jut isses :mrgreen:

mußte ich an meiner GS 750E damals auch austauschen:

Bild
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desivincenzo
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Re: Vergaser #3 und Benzinhahn

Beitrag von desivincenzo » Mi 11. Jul 2018, 01:01

Es geht erstmal ganz gut auch ohne Testgerät. Den Unterdruckschlauch vom Hahn ansaugen und an der nassen Zunge "angehängt" lassen. Der Schlauch muss mehrere Sekunden halten ohne abzufallen. Natürlich darf erst recht kein Benzin kommen aber dass merkt man sofort...

Gruß Carsten

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ed44
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Re: Vergaser #3 und Benzinhahn

Beitrag von ed44 » Mi 11. Jul 2018, 20:16

Kurzes Saugen an dem Schlauch ergab Durchzug und Benzingeruch.

Also Reparatursatz für den Hahn bestellt.

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ed44
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Re: Vergaser #3 und Benzinhahn

Beitrag von ed44 » Mo 16. Jul 2018, 21:39

Habe nun den Überholsatz bekommen. Zwei Fragen:
- Abstandhalter-Platte (?) von ~3 mm wieder montieren (Foto links)?
- Wie kriegt man den Benzinanschluss dicht (Foto rechts)?
Da ist nur ein Messingrohr ohne Dichtung, und es tropft auch ein wenig Benzin dort heraus.

Bild

tobi
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Re: Vergaser #3 und Benzinhahn

Beitrag von tobi » Di 17. Jul 2018, 08:08

Orginal oder Zubehör satz? Bei den Zubehörsätzen ist oft der O-ring zu dünn, da dichtet dann an der Membrahn gar nix.
Das Röhrchen mit Stahlwolle o.ä. aufrauen, Bohrung genauso. Dann Messingröhrchen mit Loctite rot oder Buchsen/Lagerkleber bestreichen und zusammenstecken.Ist nach aushärtung bombenfest

Tobias
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Re: Vergaser #3 und Benzinhahn

Beitrag von ed44 » Di 17. Jul 2018, 11:50

Zubehörsatz.
Das mit dem Einkleben - geht klar.

Was ist mit der Zwischenscheibe aus grauem Plastik - braucht es die?

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Re: Vergaser #3 und Benzinhahn

Beitrag von tobi » Di 17. Jul 2018, 12:03

Du meinst die Plastescheibe am Benzinhahn? Natürlich brauchste die weiterhin.

Tobias
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Re: Vergaser #3 und Benzinhahn

Beitrag von ed44 » Mi 18. Jul 2018, 22:18

Alles montiert, Auflageflächen der Membran nochmal auf einem Tisch abgezogen.
Und siehe da, die Kiste läuft wie nie zuvor, nimmt Gas ab 2000 an, zieht sauber durch, legt ab 4000 ordentlich los, dreht sauber hoch. So gut lief das Teil noch nie.
Schon schräg, gut zwei Jahre habe ich jetzt dem 3. Zylinder hintergebastelt, hatte erst den Zylinder in Verdacht, dann den Zylinderkopf nochmal zerlegt, Vergaser-Düsen getauscht - und am Ende liegt es an dieser fuzzeligen Membran.

Überhaupt ein klasse Motor, habe den mal mit einer NTV verglichen, die auch 63 PS hat. Die GS nimmt ab Leerlauf eeetwas langsamer das Gas an, zieht aber dann bei niedrigen Drehzahlen besser durch, bei mittleren auch. Erst ab 5000 kommt der Zweizylinder richtig in die Gänge.
Wiederum, die später immer hochdrehenderen Motoren (GSXR etc.) machen auf der Landstraße IMO weniger Sinn.

Die schmalen Reifen der GS machen auch mehr Spaß, man kommt schneller in Schräglage und fährt schneller durch die Kurve.
Die NTV hat 150er hinten, offenbar nur fürs Design, fährt sich zäher.
Echte Fehlentwicklung bei modernen Bikes, dass die Reifen immer breiter wurden.

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