GS750 - Federbein und Aufnahme

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mops
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Re: GS750 - Federbein und Aufnahme

Beitrag von mops » Di 12. Mär 2019, 00:57

Den TÜV Aspekt hatte ich etwas verdrängt, das liegt wohl an meinen moppeds...
Bei allem maschinenbaulichen Respekt und ohne die Ausführungen diskutieren zu wollen: lass mal die Kirche im Dorf! Wenn schon penibel, dann aber genau, seit wann muss das federbein mit zugbelastung auf dem Bolzen gehalten werden? Wo greifen denn die biegebelastungen gegen den Bolzen an? Der biegt sich einen feuchten Furz an der Stelle, an der ich ein gewinde anbringe, die biegebelastungen wirkt am Rahmen ansatz und nur da. Oder sind bei den Bolzen im original hutmutterluftverbindungen, die mir bisher entgangen sind?
Im rennstreckenbetrieb funktionieren die Fahrwerk umbauten bisher völlig problemlos auch bei deutlich höheren Belastungen. Denn da außen am Bolzen, dort wo das federbein Auge nur wenige mm aufliegt ist nix mit Tonnen von biegekräften.
Gruß
Mops

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icebird1961
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Re: GS750 - Federbein und Aufnahme

Beitrag von icebird1961 » Di 12. Mär 2019, 08:40

@ mops - ich hatte extra betont, daß NICHT persönlich zu nehmen ...
also, wo anfangen ...

natürlich wird der gesamte Bolzen-entlang der gesamten Auflagefläche (Schmiegung) des Federbein-Auges unter Last wechselseitig (n. oben/unten) gebogen - wechselseitige Linienlast nennt sich das, die linear zum Anlenkpunkt am Rahmen ansteigt aber den ganzen Bolzen, im Bereich der Krafteinleitung erfaßt;

wenngleich die Biegung des Bolzens natürlich am Rahmenansatz am höchsten ist - da hast Du natürlich Recht;

die Kräfte bei Schlaglöchern etc. liegt bei Stoßdämpfer wirklich im Tonnenbereich (!) kannst Du mal da nachlesen ...

https://www.motorradonline.de/schrauber ... 36204.html

worum es mir geht ist daß die Bohrung die Dauerfestigkeit (das nennt man den Widerstand gegen Dauerbrauch/ über die Zeit hochgerechnet) des Bolzens massiv verringert- wie ausgeführt

So, und nu kommt's:

aufgrund der Schwächung der Dauerfestigkeit kann (nicht muß) der Bolzen dann "schlagartig /spontan katastrophal versagen/ brechen" obewohl er ja eigentlich nie über seine maximale zuässige Bealastung beaufschagt wurde :o - und genau das ist das Fiese daran:

fish als mod: bild auf wunsch des verfassers entfernt

Durch zusätzliches (!) zu starkes Anziehen im Gewinde (Kerbwirkung) abgebrochener Bolzen einer Hinterrad-Aufhängung (Harley)

Denn ein Dauerbruch stellt sich (durch Kerbwirkung etc.) auch UNTER der normalen Maximal-Last ein - und schwupps, schon liegt man im Graben oder schlimmer

also: bitte keine Gewinde in Dauerschwingungs-beaufschlagte Bolzen o.ä. Schneiden -
habe mal ein Statement zu den gebrochenen BMW Achsschenkel-Aufnahmen der 1200 BMW abgegeben, die glaubten auch, daß man da Gewinde in Dauerschwingungs-belastete Teile im Fahrwerksbereich schneiden kann, ohne diese "aufzudicken" - NEIN - kann man nicht so ohne weiteres (müßte man konstruktiv berücksichtigen) - die schlimmen Bilder der Unfälle habe ich noch vor mir ... daß der Achsschenkel aus Alu später gegen Stahl getaucht wurde, zeigt zudem die zunächst falsche Material-Auswahl von BMW - Alu hat nix in hochbelasteten Vielzahn-Profilen an Achsschenkel-Antrieben zu suchen - hatte schon Colin Chapmann in den 60er Jahren versucht ...

fish als mod: bilder auf wunsch des verfassers entfernt
Zuletzt geändert von icebird1961 am Do 14. Mär 2019, 08:24, insgesamt 2-mal geändert.
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Voxy
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Re: GS750 - Federbein und Aufnahme

Beitrag von Voxy » Do 14. Mär 2019, 00:08

sag schon mal sorry an die admins, wenn unangemessen bitte löschen.
ich wollt schon öfter was zu icebirds super schlauen schreiben kommentieren, habs aber sein lassen.
aber langsam gehts mir auf die eier :oops: .
sag mal icebird du glaubst den dummfug denn du da von dir gibst wirklich??
bist du der ingeneurs-papast und weisst alles???
du vergleichst hier teilweise äpfel mit birnen. dein link wegen fahrwerkskräfte betrifft ein zentralfederbein welches sicherlich anderen kräften ausgesetzt ist als eine beidseitige fahrwerksaufnahme.
dein link wegen den bmw probleme ist dir schon mal aufgefallen dass da das material ALU ist kein stahl??
was die meinung von mops betrifft gebe ich ihm da "fast" recht. ein 6mm gewinde tut dem bolzen nicht weh wenn es nicht zu tief geschnitten wird. bei durchmesser 6mm reicht da eine bohrtiefe bzw. gewindetiefe von 8mm, dies schwächt den bolzen auf keinen fall und die schraube soll ja nur verhindern dass der stossdämpfer vom bolzen rutscht mehr nicht.
die haupt-abscher bzw. biegekräfte sind an der stell innen am rahmen wo der bolzen angeschweisst ist bzw. direkt innen wo das auge vom dämpfer aufhört.
gruss
voxy
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rambowduck
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Re: GS750 - Federbein und Aufnahme

Beitrag von rambowduck » Do 14. Mär 2019, 06:12

ich hatte damals bei meiner GS1000 M5 gewählt, das schwächt noch weniger und reicht für die minimalen Seitenkräfte.
Der berufliche Hintergrund von icebird würde mich auch interessieren, bzw der Ausbildungsstand.
Gruß André

mops
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Re: GS750 - Federbein und Aufnahme

Beitrag von mops » Do 14. Mär 2019, 07:31

@ voxy & André : danke, ihr versteht mich...
Gruß
Mops
Ps: @ icebird: meine moppeds haben alle mehr als 100 PS und fahren auch mehr als 240kmh, das hab ich mich wohl unklar ausgedrückt...

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icebird1961
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Re: GS750 - Federbein und Aufnahme

Beitrag von icebird1961 » Do 14. Mär 2019, 08:16

Damit's nicht nervt - halte ich mich kurz:
@ Andre: mein Ausbildungsstand: Uni-Abschluß - Hochschulstudium Materialwissenschaft, Flugzeugbau/Vertiefung Leichtbau, 25 Jahre FEM/Bruchmechanik im Leichtbau Berufserfahrung (EADS, AIRBUS) - berechne Zulassungen im Luftfahrt-Bereich:
Rotor-Aufhängungen für Helis, Schwingungs-Modal-Analysen, Motorhalterungen (aus hochlegiertem Federstahl) für Warbirds (1500-2500PS) & deren Zulassungen, Rennsport Rad-Aufhängungen für LeMans-Kohle-Chassis, auch mal ein CFK-Rennrad oder ein CFK-Eishockeyschläger :lol: etc.
.. denke ich verstehe schon ein bisserl was von der Materie nach 35 Jahren Bruch-Mechanik ...
- habe fertig, Ihr müßt es ja nicht verstehen, warum man partout keine (konstruktiv NICHT berücksichtigten) Gewinde in Haltebolzen der Fedebeine, oder Bohrungen durch die Oberzüge eines vom Hersteller in Zusammenarbeit mit dem KBA typ-geprüften Rahmen eines Mopeds schneiden darf -
die Betriebserlaubnis/Versicherung Euerer Bikes ist damit zu Recht futsch -
ich wollte Euch hier nur erklären warum, Ihr dürft gerne weiter basteln wie IHR es für richtig haltet :?

Nachtrag @ Voxy: "Die haupt-abscher bzw. biegekräfte sind an der stelle innen am rahmen wo der bolzen angeschweisst ist bzw. direkt innen wo das auge vom dämpfer aufhört"

- das zeigt mir, daß Du den Unterschied zwischen einem "simplen" Bruch durch Überlastung (wohl an der Anlenkstelle am Rahmen) gegenüber dem von mir kritisierten DAUERBRUCH im Kerbgrund des eingeschnittenen Gewindes IM Dauerfestigkeits-geschwächten Bolzen - provoziert durch die Spannungsspitze im Kerbgrund im INNEREN des zudem nun vorgespannten Bolzens (Versprödung) - leider nicht wirklich verstanden hast !
Zuletzt geändert von icebird1961 am Do 14. Mär 2019, 08:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Martin
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Re: GS750 - Federbein und Aufnahme

Beitrag von Martin » Do 14. Mär 2019, 08:32

Aus meiner Sicht ist das jetzt der richtige Moment, dieses Thema abzuschließen. Wenn jemand noch etwas fachlich dazu beitragen möchte, bitte eine mail/pn an mich senden. Dann ergänze ich ggf. den Faden entsprechend.
Gruß
Martin

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